Affiliate-Betrug durch Brand Hijacking

Gastbeitrag von Markus Kellermann, Head of Affiliate Marketing bei explido
Markus_Kellermann
Ein Thema welches im Zusammenhang mit Affiliate Marketing immer wieder aufpoppt, ist der Betrug durch SEA-Affiliates über Brand Hijacking. Ein leidiges Thema, welches unbeachtet einen hohen Schaden verursachen kann.

Doch man sollte sich davor hüten, deswegen das gesamte Affiliate Marketing zu verteufeln, denn trotz einzelner Betrüger handelt es sich immer noch um Einzelfälle. Vielleicht sollte man sich hierzu erst einmal den Affiliate-Markt in Deutschland anschauen. Es gibt eine Vielzahl von erfolgreichen Publisher-Modellen im Affiliate Marketing, wie die klassischen Content-Websites, Preisvergleiche, Comparing-Websites, Couponing- und Gutscheine, Cashback, Display-Ads usw. Bei einem großen Partnerprogramm sind in der Regel zwischen 5.000 und 15.000 Affiliates angemeldet. Deswegen muss man auch immer wieder betonen, dass 99% der Affiliates sauber und nachhaltig arbeiten.

Dennoch gibt es natürlich auch im Affiliate Marketing, wie auch in allen Internet-Branchen bestimmte Teilnehmer, die auf schnelles Geld aus sind und technische Schwachstellen und fehlendes Know How dazu benutzen, sich Geld zu ergaunern. Eine beliebte Methode dabei ist v.a. die Markenrechtsverletzung über Brand-Hijacking. Dabei wird die SEA-Anzeige des Advertisers eins zu eins kopiert und der Affiliate-Link integriert. Obwohl der Advertiser oder dessen Agentur in der Regel auch selbst eine Werbeanzeige geschalten hat, wird diese durch die kopierte Anzeige des Partners überschrieben und somit Provisionen ergaunert, die der Advertiser sonst nicht bezahlen müsste.

Auf den ersten Blick werden die Ad-Hijacking-Anzeigen vom Advertiser selbst gar nicht erkannt und oftmals für das Original gehalten. Dass es sich allerdings um eine Fremdanzeige durch einen Affiliate handelt, kann erst durch die Kontrolle der Ziel-URL erkannt werden. Zudem werden die SEA-Buchungen oftmals auch außerhalb der regulären Bürozeiten vorgenommen und regional so ausgesteuert, dass an den Firmensitzen der Werbetreibenden oder deren Werbeagenturen durch manuelles Überprüfen Regelverstoße unerkannt bleiben.

Doch wie kann es dazu überhaupt kommen?

Um diese Frage zu beantworten, sollte man neben dem Betrüger auch den Advertiser in die Pflicht nehmen. Leider ist es häufig immer noch so, dass Affiliate Marketing oftmals nur als kleiner Kanal gesehen wird, dem nicht so viel Aufmerksamkeit geschenkt wird und somit auch das entsprechende Know How fehlt. Wenn man im Affiliate Marketing erfolgreich sein möchte, dann sollte man dafür auch die nötige Zeit und Ressourcen zur Verfügung stellen. Die tägliche Account-Kontrolle ist dabei sicherlich nur Basis und gibt Aufschluss auf auffällige Veränderungen in der Trafficgenerierung. Man sollte seine Affiliates kennen und auch genau wissen, mit welchem Geschäftsmodell diese Umsätze generieren. Zudem sollte man relativ neue Affiliates genauer beobachten, wenn diese plötzlich Bestellungen vermitteln und einen Statistik-Peak verursachen.

Zusätzlich sollte man natürlich auch bestimmte Tools verwenden, um solche Betrugsfälle auch Automatisiert zu analysieren. Professionelle Affiliate-Agenturen wie auch explido nutzen hierzu natürlich neben Xamine auch weitere Fraud-Protection-Tools, zur Analyse von zahlreichen Betrugsmöglichkeiten die es im Affiliate Marketing gibt.

Fazit

Letztendlich geht es allen Beteiligten darum Affiliate Marketing als langfristigen und nachhaltigen Performance-Kanal zu etablieren. Die Leittragenden sind oftmals die 99% sauberen Affiliates, welche durch die Betrugsfälle auch unter dem Image-Schaden leiden.

Im Zweifelsfall sollte man sich deswegen immer an eine spezialisierte Affiliate-Agentur wenden, die durch ihr jahrelanges Know How und der Erfahrung durch eine Vielzahl von betreuten Partnerprogrammen Schritte einleiten kann, die Qualität des Traffic zu steigern.

Zudem sollte man auch in den Teilnahmebedingungen des Partnerprogramms eindeutige Regeln definieren, v.a. auch um sich dadurch rechtlich abzusichern. Denn nur wenn man durch klare Definitionen festgelegt hat, welche SEA-Tätigkeiten ein Affiliate umsetzen darf, oder mit welchen Publisher-Modellen man arbeiten möchte, hat man auch vor Gericht gute Möglichkeiten, dem Betrüger das Bein zu legen.

Denn eines darf man bei der ganzen Diskussion nicht vergessen, Betrug im Affiliate Marketing ist kein Kavaliersdelikt, sondern sollte auch rechtlich verfolgt werden. Denn auch wenn man als Advertiser die Möglichkeit hat Sales zu validieren und Umsätze zu stornieren, ist doch ein gewisser Aufwand entstanden den man über eine Schadensersatzforderung einklagen kann. Und nur wenn es die Branche schafft, ein Exempel zu statuieren, hat man die Möglichkeit Betrüger auch langfristig aus dem Affiliate Marketing zu verbannen.

Über den Autor:

Markus Kellermann ist bereits seit 1999 im Online-Marketing tätig. Seit 2005 leitet er das Affiliate-Marketing bei explido. Zuvor war er von 2000 – 2005 Head of SEO bei der Erwin Müller Versandhaus GmbH. Als Autor hat Markus bereits eine Vielzahl von Artikeln in Fachmagazinen publiziert. Zudem organisiert er mit der Affiliate NetworkxX, der Affiliate Conference und der Affiliate TactixX drei der bedeutendsten Affiliate-Veranstaltungen und betreibt neben dem Affiliate-Portal affiliateboy.de, der Partnerprogramm-Suchmaschine affilixX.com auch den Podcast Affiliate MusixX.

Mail: markus.kellermann@explido.de
Website: http://www.explido.de
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Weitere Portale:
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Ein Gedanke zu “Affiliate-Betrug durch Brand Hijacking

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